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20.03.2017

Deutscher Hausärzteverband: Scheitern des Masterplans Medizinstudium 2020 hätte katastrophale Folgen für die hausärztliche Nachwuchssicherung

Kategorie: Hausärzte, Termine, Gesetze - Verordnungen, Hausarztverträge/ IV-Verträge, Verbandspolitik, Gremien, Fortbildung, Berufspolitik-Sonstiges, Beschlüsse, Presse

Berlin, 20.03.2017 – Der Gesamtvorstand des Deutschen Hausärzteverbandes fordert eine schnelle und konsequente Umsetzung des Masterplans Medizinstudium 2020. Dabei betonte er, dass eine solide Finanzierung sichergestellt werden müsse. „Die Vorschläge, die auf dem Tisch liegen und die wir jetzt seit Jahren diskutieren, sind gut! Darüber sind sich ja auch alle politischen Akteure einig. Wenn der Masterplan Medizinstudium 2020 jetzt aufgrund der fehlenden Finanzierung trotzdem scheitern sollte, dann hätte das fatale Folgen für die hausärztliche Nachwuchssicherung. Was wir aktuell erleben, ist ein Spiel mit dem Feuer“, sagte der Bundesvorsitzende des Deutschen Hausärzteverbandes, Ulrich Weigeldt.

Die Kultusministerkonferenz (KMK) hatte am 16. März dem Entwurf des Masterplans Medizinstudium 2020 aufgrund der nicht sichergestellten Finanzierung vorerst nicht zugestimmt. Die KMK betonte, dass Übereinstimmung über die Inhalte der Reform des Medizinstudiums zwischen Bund und Ländern sowie zwischen Gesundheitsministerien und Wissenschaftsministerien besteht. Die Reform ist Teil des Koalitionsvertrages zwischen CDU, CSU und SPD.

 

 

„Wir erwarten von der Politik, dass sie ihr Versprechen, das Medizinstudium zu reformieren und endlich an die Realitäten der Versorgung anzupassen, einhält“, so Weigeldt. Die Stärkung der Allgemeinmedizin im Studium sei die Voraussetzung, um mehr Studierende für den Hausarztberuf zu begeistern. „Wenn das nicht gelingt, dann wird das die Versorgung der Patienten mittelfristig gefährden. Das wäre für viele Kommunen, in denen es schon heute häufig nicht genug Hausärztinnen und Hausärzte gibt, eine Hiobsbotschaft.“

 

 

Massive Kritik äußerte der Gesamtvorstand an dem Versuch des Marburger Bundes, die Stärkung der Allgemeinmedizin und der ambulanten Versorgung im Medizinstudium zu verhindern. „Der Marburger Bund will seit Jahren mit allen Mitteln eine Reform des Medizinstudiums verhindern. Jetzt wird versucht, die Diskussion um die Finanzierung zu nutzen, um das gesamte Projekt erneut in Frage zu stellen. Alle Beteiligten sollten sich genau überlegen, ob sie wirklich aus machttaktischen Gründen die hausärztliche Versorgung aufs Spiel setzen wollen“, sagte Weigeldt.

 

 

Der Entwurf des Masterplans Medizinstudiums 2020 sieht unter anderem eine Stärkung der hausärztlichen Versorgung im Studium vor. Dafür soll die Allgemeinmedizin verpflichtendes, mündliches Prüfungsfach im dritten Staatsexamen werden. Außerdem sollen Medizinstudierende im Rahmen des Praktischen Jahres (PJ) drei Monate in der ambulanten, vertragsärztlichen Versorgung verbringen. Darüber hinaus sollen Lehrstühle für Allgemeinmedizin an allen medizinischen Fakultäten eingerichtet werden.

 

 

Kontakt:

Deutscher Hausärzteverband e.V. | Büro des Bundesvorsitzenden

Vincent Jörres | Pressesprecher

Bleibtreustr. 24, 10707 Berlin

Tel.: + 49 (0) 30 887 143 73-60 | pressestelle@hausaerzteverband.de

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