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05.05.2017

Hausärzte tagen in Mainz – Hausärztliche Kompetenzsicherung und Digitalisierung zwei Schwerpunkte

Kategorie: Hausärzte, Termine, Gesetze - Verordnungen, Hausarztverträge/ IV-Verträge, Verbandspolitik, Gremien, Fortbildung, Berufspolitik-Sonstiges, Beschlüsse, Presse

Mainz, 05.05.2017 – Die gemeinsame Frühjahrstagung des Deutschen

Hausärzteverbandes und des Hausärzteverbandes Rheinland‐Pfalz startet am heutigen

Freitag in Mainz. Die Delegiertenversammlung wird sich unter anderem mit der Frage

nach der Sicherung und dem Ausbau der hausärztlichen Kompetenzen beschäftigen.

Ein weiterer Schwerpunkt ist die Digitalisierung und insbesondere die Frage, wie

telemedizinische Anwendungen die hausärztliche Versorgung ergänzen können.

 

 

Vor dem Hintergrund der schleppenden Umsetzung der Digitalisierung des deutschen

Gesundheitswesens setzen der Deutsche Hausärzteverband und seine Landesverbände

zunehmend eigene Projekte um, um die Chancen telemedizinischer Anwendungen

Hausärzten und Patienten anbieten zu können. Ein Beispiel ist das Projekt TeleArzt,

welches seit 01. Mai Hausärztinnen und Hausärzten unter anderem in Rheinland‐Pfalz

angeboten wird. Hierbei werden VERAH® (Versorgungsassistentinnen in der

Hausarztpraxis) für Routine‐Hausbesuche, bei denen keine ärztliche Konsultation

notwendig ist, mit einem Telemedizin‐Rucksack ausgestattet, in dem sich unter anderem

ein 3‐Kanal‐EKG, ein Pulsoximeter und ein Spirometer befinden. Sie können so beim

Patienten zu Hause Vitaldaten erheben und direkt in die Praxis zum betreuenden Hausarzt

senden, der sich bei Bedarf über Videotelefonie hinzuschalten kann. Die Verantwortung

liegt dabei immer beim Hausarzt.

 

 

„Digitalisierung darf nicht bedeuten, dass Patienten mit der Technik allein gelassen

werden. Vielmehr geht es darum, sicherzustellen, dass Konzepte in den Praxisalltag

integriert werden, die den Hausarzt bei seiner Arbeit unterstützen und wirklich den

Patienten zu Gute kommen, die diese umfassendere Betreuung benötigen. Genau dort

setzt der TeleArzt an. Hier wird die Hausarztpraxis als zentraler Ort der Versorgung

gestärkt. Aus diesem Grund haben wir uns entschieden, dieses Konzept auch den

Hausärzten in Rheinland‐Pfalz anzubieten“, so Dr. Burkhard Zwerenz, Vorsitzender des

Hausärzteverbandes Rheinland‐Pfalz.

 

 

Die rheinland‐pfälzische Gesundheitsministerin Sabine Bätzing‐Lichtenthäler begrüßte das

neue telemedizinische Angebot und erklärte: „Dies ist ein weiterer sinnvoller Schritt zur

Stärkung und Sicherung der hausärztlichen Versorgung, die wir uns gemeinsam mit dem

Hausärzteverband und weiteren Partnern bereits vor vielen Jahren in Rheinland‐Pfalz auf

die Fahnen geschrieben haben und mit vielfältigen Maßnahmen umsetzen. Weitere Impulse erwarte ich mir von dem kürzlich auf Bundesebene verabschiedeten Masterplan

Medizinstudium 2020, an dessen Ausarbeitung das rheinland‐pfälzische

Gesundheitsministerium aktiv mitgewirkt hat und der in Rheinland‐Pfalz zügig umgesetzt

werden soll.“ Abschließend betonte die Ministerin, dass der Hausärzteverband bei allen

gesundheitspolitischen Vorhaben, die Hausärztinnen und Hausärzte beträfen, ein

wichtiger und verlässlicher Partner der Landesregierung sei und sich insgesamt die

Rahmenbedingungen für die hausärztliche Tätigkeit in den letzten Jahren bereits sehr

positiv entwickelt hätten.

 

 

Deutliche Kritik äußerte der Deutsche Hausärzteverband an den Bestrebungen einiger

Akteure, einen Facharzt für Geriatrie einzuführen. „Es gibt in Deutschland inzwischen über

80 unterschiedliche Facharztrichtungen. Aus den Erfahrungen der vergangenen Jahrzehnte

wissen wir, dass die Versorgungsqualität nicht besser wird, wenn immer neue

Spezialisierungen eingeführt werden! Anstatt jedoch aus diesen Fehlern zu lernen,

versuchen einige Akteure aus reinem Eigeninteresse wieder eine neue Facharztrichtung zu

konstruieren. Um es nochmal ganz klar zu sagen: Die Betreuung älterer Patienten ist seit

jeher eine der Kernaufgaben der Hausärzte. Hierfür sind sie durch ihre fünfjährige

Weiterbildung qualifiziert. Eine neue Facharztrichtung oder irgendwelche

Zusatzweiterbildungen in der ambulanten Geriatrie werden die koordinierte und

wohnortnahe Versorgung dieser Menschen nicht verbessern, sondern vielmehr deutlich

erschweren“, sagte der Bundesvorsitzende des Deutschen Hausärzteverbandes, Ulrich

Weigeldt, im Vorfeld der Ta


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