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23.05.2012

Stärkung der Allgemeinmedizin im Studium angesichts der Versorgungssituation unabdingbar

Kategorie: Presse, Hausärzte, Termine, Gesetze - Verordnungen, Hausarztverträge/ IV-Verträge, Verbandspolitik, Gremien, Fortbildung, Berufspolitik-Sonstiges, Beschlüsse

Der Deutsche Ärztetag stützt zwar die Allgemeinmedizin im Studium, ein Pflichtabschnitt im Praktischen Jahr erfährt dagegen jedoch Ablehnung. Der Deutsche Hausärzteverband tritt nun zu diesem Thema in einen konstruktiven Dialog mit Studierenden und ihren Vertretern.

Der 115. Deutsche Ärztetag hat die Stärkung der Allgemeinmedizin im Medizinstudium positiv beschieden. Allerdings unterstützt das Plenum einen verpflichtenden Abschnitt in der Allgemeinmedizin innerhalb des Praktischen Jahres nicht. ?Dies beruht auf einer Geringschätzung der Allgemeinmedizin, die in Anbetracht der auf dem Deutschen Ärztetag thematisierten Versorgungsaufgaben jetzt und in der näheren Zukunft nicht zu rechtfertigen ist?, erklärt Ulrich Weigeldt, Bundesvorsitzender des Deutschen Hausärzteverbandes in Nürnberg.

Die Phalanx der Facharztverbände und des Deutschen Fakultätentages trägt entscheidend zu dieser Ablehnung bei. In der Diskussion um die Einführung eines Pflichtabschnittes Allgemeinmedizin werden die bereits bestehenden Pflichtgebiete Innere Medizin und Chirurgie nicht infrage gestellt. ?Der angebliche Kapazitätsmangel an entsprechenden Stellen in hausärztlichen Praxen entpuppt sich angesichts der bereits jetzt bereitstehenden weiterbildungsbefugten Allgemeinärzte und Praxen als vorgeschobenes Argument?, sagt Weigeldt.

Der Deutsche Landkreistag, die Gesellschaft der Hochschullehrer für Allgemeinmedizin sowie die Akademie der Allgemeinmedizin bei der Bundesärztekammer hatten sich für ein Pflichttertial in der Allgemeinmedizin im PJ ausgesprochen. Der Deutsche Hausärzteverband bedauert, dass der Präsident der Bundesärztekammer sich diesem Votum der Akademie explizit nicht angeschlossen hat.

Dagegen ist erfreulich, dass die Medizinstudierenden nun über diese Themen mit dem Deutschen Hausärzteverband in einen konstruktiven Dialog eingetreten sind. Nach Vorwürfen von Studentenvertretern während des Deutschen Ärztetages erklärt Ulrich Weigeldt: ?Eine Diffamierung der Medizinstudierenden liegt mir fern, den Vorwürfen scheint eine sachlich nicht gerechtfertigte Legendenbildung zugrunde zu liegen.?

 Stärkung der Allgemeinmedizin im Studium unabdingbar