Köln, den 31.01.2008. - Angestoßen durch das Gutachten des Sachverständigenrates plant die Bundesregierung, eine weitere Versorgungsebene mit Krankenpflegeberufen in die Primärversorgung der Bevölkerung einzuführen. Der Deutsche Hausärzteverband hat bereits mehrfach auf die damit entstehenden Schnittstellenprobleme hingewiesen. Statt neue Heilberufe zu erfinden, auf die sich die Patienten erst einstellen müssen, ist es hingegen sinnvoller, die vertrauten Ansprechpartner in der Hausarztpraxis weiter zu qualifizieren.
Aufgrund der steigenden Anforderungen an die hausärztliche Praxis sieht der Deutsche Hausärzteverband deshalb die Notwendigkeit, Qualifizierungsoffensiven für das gesamte Praxisteam anzubieten. Darum hat das Institut für hausärztliche Fortbildung im Deutschen Hausärzteverband (IhF) e.V. ein zweihundertstündiges Curriculum für die Medizinische Fachangestellte in der hausärztlichen Praxis erarbeitet, das zu der verbandsgetragenen Bezeichnung „Versorgungsassistentin in der Hausarztpraxis (VERAH)“ führt. Mit dieser Initiative zur Steigerung der Kompetenz des hausärztlichen Praxisteams werden die Modellprojekte (z.B. „Gemeindeschwestern“ in Brandenburg oder „Agnes“ in Mecklenburg Vorpommern) um eine besonders patientennahe Versorgungsmöglichkeit ergänzt.
Das Curriculum setzt sich aus acht Themenblöcken zusammen, die insgesamt hundertsechzig Stunden abdecken und einem vierzigstündigen strukturierten Praktikum in der Hausarztpraxis. Medizinische Fachangestellte können entweder das gesamte Curriculum durchlaufen oder einzelne in sich abgeschlossene Einzelmodule für Schwerpunktsetzungen belegen. Dieses Bausteinprinzip gewährleistet eine flexible Umsetzung innerhalb der Praxis. Besonders hervorzuheben ist, dass der Verband medizinische Fachberufe (VmF) als Kooperationspartner diese Qualifizierungsoffensive stützt. In gemeinsamen Veranstaltungen, werden die acht Themenblöcke flächendeckend in Deutschland angeboten. Der VmF und der Deutsche Hausärzteverband stellen schon jetzt fest, dass dieses Curriculum auf großes Interesse bei den Praxisteams stößt.
Die sächsische Landesärztekammer hat das Curriculum „Versorgungsassistentin in der Hausarztpraxis (VERAH)“ zertifiziert. Der Deutsche Hausärzteverband begrüßt diesen Schritt ausdrücklich als wichtiges Element zur Stärkung des Hausarztteams.
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Institut für hausärztliche Fortbildung (IhF) e.V.
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Fax: 02203-5756-7000
Pressemitteiltung vom 31.01.2008
Hausärzteverband unterstützt neues Bildungskonzept an Carl-Oelemann-Schule der Landesärztekammer Hessen
Als „Antwort der Ärzteschaft auf die Politik“ bezeichnet Martin Leimbeck, Hausarzt und Vizepräsident der Landesärztekammer Hessen, das neue Bildungskonzept „Fortbildung im Modul-/Bausteinsystem“ für Medizinische Fachangestellte, das die Kammer ab 2008 an ihrer Carl-Oelemann-Schule anbieten wird. Um die Medizinische Fachangestellte in dem zunehmend von Ärztemangel bedrohten deutschen Gesundheitssystem stärker als bisher in die Patientenversorgung einbeziehen zu können, hat die Bundesärztekammer am 26. Oktober 2007 qualitätsgesicherte Musterfortbildungspläne beschlossen.
„Mit unserem Konzept setzen wir als erste Kammer bundesweit alle Mustercurricula der Bundesärztekammer um“, erklärt Leimbeck. Auch das Institut für hausärztliche Fortbildung im Deutschen Hausärzteverband (IhF) e.V. hat ein zweihundertstündiges modulares Qualifizierungskonzept für Medizinische Fachangestellte in der hausärztlichen Praxis erarbeitet, an dessen Ende der verbandsgetragene Titel „Versorgungsassistentin in der Hausarztpraxis (VERAH)“ steht. In 8 Modulen werden Lernziele formuliert, die das Praxispersonal dazu befähigen arztentlastende Tätigkeiten z. B. im Rahmen von Hausbesuchen zu übernehmen, und ihren Patienten erweiterte Betreuungsleistungen anzubieten. Zwischen dem IhF und der Carl-Oelemann-Schule wurde inzwischen eine gegenseitige Anrechenbarkeit des IhF-Curriculums und der BÄK-Module vereinbart.
„Not macht erfinderisch“ unterstreicht Dr. med. Dieter Conrad, Vorsitzender des hessischen Hausärzteverbandes und Vorstandsmitglied im Deutschen Hausärzteverband. „Da die Rahmenbedingungen im Gesundheitswesen niedergelassener Ärztinnen und Ärzte immer weniger Zeit für die Patientenversorgung lassen und schon heute vor allem in ländlichen Regionen Hausärzte fehlen, ist es notwendig, die Medizinische Fachangestellte als Partnerin in der Patientenversorgung zu qualifizieren. Mit dem neuen Bildungskonzept der Carl-Oelemann-Schule und des Hausärzteverbandes ist eine wichtige Basis geschaffen, die anderen Modellen der Politik eine klare Absage erteilt.“
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