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IhF-Newsletter

Aktueller Newsletter

IHF-Newsletter Juli 2014

Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen, der Sommer ist da, genießen Sie die Ferienzeit! Heute möchte ich Sie auffordern mal „etwas runter zu kommen“. Die Quartalsabrechnung ist geschafft, die Tage sind lang, viele sind im Urlaub, wenig Infekte in der Praxis, einfach eben Sommer. Wer es dennoch nicht lassen kann, findet im heutigen Newsletter einige interessante hausärztlich relevante Artikel, sowie Hinweise für Veranstaltungen im Hebst des Jahres. Ruhige Sommertage, Ihr Hans-Michael Mühlenfeld PS: ein EBM Hinweis: Die Chronikerpauschale beim 2. A-P-K – jetzt als Zuschlag! Das bedeutet, dass beim ersten Kontakt die 03220 und beim zweiten Kontakt (ohne dass die 03220 gestrichen werden darf!) die 03221 notiert werden muss.

Aktuelle wissenschaftliche Meldungen und Pharmakovigilanzhinweise

Stellungnahme der AkdÄ zu Dapagliflozin/Metformin (Xigduo®) Rote-Hand-Brief zu Fentanyl-haltigen transdermalen Pflastern: mögliche lebensbedrohliche Folgen bei unbeabsichtigter Exposition Eine gute Übersicht zur Analgetika Verordnung der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft finden Sie hier

IHF-Fortbildungen und Kongresse

Jahresterminplanung – Save the date 

Hausärztliche Sommerakademie am Urban in Berlin, 29.-30 August 8. HÄT Westfalen-Lippe in Bad Sassendorf, 05.-06. September DEGAM Kongress in Hamburg, 18.-20. September 1. Internationaler Hausärztetag in Bonn, 25.-26. September 2. Norddeutscher HÄT in Hamburg, 27. September 39. practica in  Bad Orb, 22.- 25. Oktober

Aktuelle IHF Kompakttage                       

Baunatal, 12. Juli 2014 Fürth, 18.-19. Juli 2014 Hattersheim, 13. September 2014 Ulm, 24. September 2014

Fortbildungskonto und Mitglieds-/IHF-Fortbildungsausweis

…erfolgreich in Westfalen-Lippe eingeführt – jetzt müssen wir nur noch Weltmeister werden. Für eine bürokratiearme Dokumentation der Vertragserfüllung einerseits und für eine Übersicht über die Fortbildungen andererseits, werden die bundesweiten Fortbildungsaktivitäten für Hausärztinnen und Hausärzte in einem Fortbildungskonto erfasst. Kurz nach Einführung des Systems hatten bereits über 80% der Ärzte ihren Mitglieds-/IHF-Fortbildungsausweis unaufgefordert auf den Fortbildungsveranstaltungen mit und konnten schnell und einfach elektronisch erfasst werden. Bis Ende 2014 wird sukzessive allen Mitgliedern der Landesverbände und den Teilnehmern an den Verträgen zur hausarztzentrierten Versorgung ein einfaches und effektives System zur lückenlosen Erfassung von Fortbildungen zur Verfügung gestellt.

Psychosomatische Grundversorgung – auch bei der practica in Bad Orb!

Starker Schulungsbedarf weiterhin vorhanden! Aus diesem Grund hat das IhF in 2014 mit einer Gruppe kompetenter von der KV anerkannten Referenten/innen weitere Kurse in Nordrhein, Rheinland-Pfalz und Hessen aufgebaut. Sie haben nun die ebenfalls Möglichkeit, ab dem 20. Oktober 2014 den 50 Stunden Kurs Psychosomatische Grundversorgung (30 Stunden verbale Interventionstechniken und 20 Stunden Theorieseminare) anrechenbar für die Qualifikation zur Erbringung Psychosomatischer Leistungen gem. § 5 Abs. 6 der Psychotherapievereinbarung in Bad Orb auf der practica zu absolvieren!
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Welche Medikamente halten Alkoholabhängige vom Trinken ab? Wenn überhaupt…

Alkoholabhängigkeit ist ein häufiges Problem und zudem sehr schwer zu therapieren. Für motivierte Patienten kommen unterschiedliche Pharmakotherapien infrage, welche positive Effekte auf das Trinkverhalten haben sollen. Diese Metaanalyse trägt Resultate aus methodisch möglichst hochstehenden Studien zusammen, welche über Effekte von Pharmakotherapien bei Alkoholabhängigkeit berichten. Alkoholkonsum: Sowohl Naltrexon, als auch Acamprosat verminderten Messobjekte des Alkoholkonsums signifikant (NNT für Naltrexon = 20, für Acamprosat = 12). Die Metaanalyse von Studien, die Naltrexon direkt mit Acamprosat verglichen (Verum-Verum Vergleich) zeigte vergleichbare Wirksamkeit der Substanzen auf den Alkoholkonsum. Disulfiram war insgesamt mit keiner Verminderung des Alkoholkonsums assoziiert. Off-label Medikamente, welche sich als wirksam auf den Alkoholkonsum erwiesen, waren Topiramat, Nalmefen und Valproat (teils bei Patienten mit bipolarer Störung). Die große Mehrheit der weiteren Studien, welche off-label Medikamente untersuchten, waren entweder methodisch ungenügend aussagekräftig oder fanden bei guter Methodik keine Wirksamkeit für das studierte Medikament. Unerwünschte Wirkungen: Summarisch tragen die Autoren zusammen, dass Vergleichsstudien  Studien zwischen Naltrexon und Acamprosat vergleichbare Abbruchraten wegen Nebenwirkungen hatten. Im Vergleich mit Placebo fand sich für Acamprosat ein grösseres Risiko von Angst-Beschwerden (NNH=7), sowie Durchfall (NNH=11) und Erbrechen (NNH=42), bei Naltrexon überwiegten Nausea (NNH=9), Benommenheit (NNH=16) und Erbrechen (NNH=24).

Neue ASS und nicht-steroidale Analgetika erhöhen Blutungsrisiko bei antikoagulierten Patienten – lieber Alternativen verordnen

Patienten mit Einnahme von NSAR zusätzlich zur Antikoagulation hatten eine Blutungsrate  von 37.5/100 Patientenjahre (PJ), verglichen zu 16.5/100 PJ die keine NSAR einnahmen. Bedrohliche Blutungsereignisse 6.5/100 PJ bei zusätzlicher Einnahme von NSAR, verglichen zu 2/100 PJ ohne NSAR Einnahme. Das Risiko für bedrohliche Blutungen verdreifacht sich bei zusätzlicher Einnahme von NSAR. Patienten mit zusätzlicher Aspirin-Einnahme; Blutungsereignisse 36.6/100 PJ mit Einnahme von Aspirin und 16.9/100 PJ ohne Aspirineinnahme. Bedrohliche Blutungen 4.8/100 PJ mit Aspirineinnahme und 2.2/100 PJ ohne Aspirin. Die Analyse ergab, dass eine kurzzeitige Einnahme von Aspirin oder NSAR das etwa gleich hohe Blutungsrisiko hat wie eine längere Einnahme.

Physiotherapie ist bei Hüftarthrose, verglichen zu Scheintherapie, unwirksam

Eine multimodale Physiotherapie über 3 Monate bei Patienten mit symptomatischer Hüftarthrose scheint weder nach 3 noch nach 6 Monaten, im Vergleich zu Patienten die mit einer „Scheintherapie“ behandelt werden einen Effekt zu haben. Der „Effekt“ der Scheintherapie ist beachtlich! Hausärztliche Empathie scheint eben auch wirksam zu sein.

Gutachten des Sachverständigenrates zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen

Am vergangenen Montag wurde in der Bundespressekonferenz das neue Gutachten des Sachverständigenrates zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen an Bundesminister Hermann Gröhe übergeben. Im Gutachten werden zahlreiche, zum Teil weitreichende Empfehlungen ausgesprochen, die auf eine Stärkung der Allgemeinmedizin zielen z.B.:
  • Vergütungszuschlag von 50 % ("Landarztzuschlag") in der Regelversorgung, optional auch in Selektivverträgen, auf alle Grundleistungen für Hausärzte, die in einem Planungsbereich mit einem Versorgungsgrad von unter 90 % praktizieren.
  • Einführung eines obligatorischen Quartals in allgemeinmedizinischen Lehrpraxen im Praktischen Jahr des Medizinstudiums. (RZ 481 und 482, Seite 394 - 395)
  • Zur Gewährleistung eines nahtlosen Übergangs zwischen Studium und Weiterbildung sowie zur Steigerung von Attraktivität und Qualität sollten bundesweit universitär angebundene Kompetenzzentren zur Weiterbildung Allgemeinmedizin etabliert werden. (RZ 483, Seite 395 - 398)
  • Zur Finanzierung der vorgenannten Aufgaben in Aus- und Weiterbildung soll eine „Förderstiftung medizinische Aus- und Weiterbildung“ geschaffen werden. (RZ 483, Seite 397 - 398)
  • In besonders von Unterversorgung bedrohten Regionen soll unter bestimmten Bedingungen der Sicherstellungsauftrag der Kassenärztlichen Vereinigungen für die ambulante Versorgung auf das Land (nicht wie bisher die Krankenkassen) übergehen . (RZ 468 und 469, Seite 376 – 377)
  • Die Hausarztzentrierung soll nach skandinavischem Muster durch eine gestaffelte Selbstbeteiligung von Patienten (innerhalb einer Spanne zwischen 10 und 50 Euro; alternativ als fester Betrag) gestärkt werden. Die Selbstbeteiligung würde fällig bei Direktinanspruchnahme der jeweils nächsten Versorgungsebene, konkret von Fachärzten oder Klinikambulanzen, ohne Überweisung. Freier Zugang (ohne Zuzahlung) auch weiterhin bei Hausärzten, Augenärzten und Gynäkologen sowie in Notfällen und für Minderjährige. (RZ 479, Seite 391)
  •  Hausärzte sollen im Rahmen des vertragsärztlichen Notdienstes, insbesondere bei stark eingeschränkter Erreichbarkeit von Notdienst-Apotheken, ein auf ein definiertes Arzneimittelsortiment begrenztes Dispensierrecht erhalten (RZ 89, Seite 12  

Wissenswertes

Mentoren gesucht!

Zum Ausbau unserer Mentorendatenbank suchen wir weiterhin interessierte, erfahrene Hausärztinnen und Hausärzte. Mentoring von Ärzten in Weiterbildung ist ein weiteres wichtiges Strukturelement unserer Weiterbildung, nutzen Sie die Möglichkeit ihre Erfahrungen und Kompetenzen an junge Kolleginnen und Kollegen weiter zu geben und tragen sich in unsere Mentorenliste ein.
  • zur Mentorenliste

Ihre-Meinung“ Button

Auf der Startseite der Bundeshomepage finden Sie jetzt neu den Button „Ihre-Meinung“ für Ihre Wünsche und Anregungen, Ihre Kritik, aber auch Ihr Lob! Ihre Nachrichten werden aufmerksam gelesen und in Überlegungen und Entscheidungen einbezogen, das Team der Bundesgeschäftsstelle bittet aber um Verständnis, dass nicht alle eingehenden Meldungen persönlich beantwortet werden können. Dies wäre mit der personellen Besetzung und dem breit gefächerten Aufgabenspektrum ein Anspruch, dem man nicht gerecht werden könnte. Sie wollen uns Ihre Meinung mitteilen: 
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