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IhF-Newsletter

Aktueller Newsletter

IhF-Newsletter März 2015

Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen,

Neues Highlight in der Fortbildung!
Wir erweitern das Erfolgskonzept der practica.  Vom 25. bis 27. Juni bieten wir Ihnen eine repräsentative Auswahl der practica-Programme der letzten Jahre auf unserer practicaOberhof in Thüringen an. An den drei dicht gepackten Seminartagen hat Dr. med. Frederik M. Mader einen Cocktail aus praxisrelevanten Themen, Untersuchungs-kursen, DMP-Veranstaltungen, MFA-Workshops und VERAH-Kursen. Bringen Sie also Ihr gesamtes Praxisteam mit in den traditionsreichen Luftkurort, holen Sie sich wertvolle Anregungen in unseren Seminaren und Workshops und schalten Sie dazwischen auch ein wenig ab vom Praxisstress.

Über 90 % aller Typ II Diabetiker werden beim Hausarzt behandelt
Polyneuropathie durch Diabetes-Behandlung häufiger als gedacht. Würzburg – Fast elf Prozent der Diabetiker erleiden gemäß einer neuen Studie Polyneuropathien nach einer erfolgreichen Blutzuckersenkung – also schmerzhafte Nervenschäden. Das Risiko scheint umso größer zu sein, je schneller der Blutzucker kontrolliert wird. „Wenn sich die Befunde bestätigen, müsste der Stoffwechsel bei Patienten mit Diabetes in Zukunft deutlich langsamer normalisiert werden“, kommentiert Claudia Sommer von der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN) die in der Zeitschrift Brain erschienene Studie. (mehr erfahren…)


Antikoagulation nach idiopathischer Venenthrombose
Hintergrund: Idiopathische Venenthrombosen haben ein intermediäres Rezidivrisiko. Die Dauer der  Weiterführung einer Antikoagulationsbehandlung ist umstritten. Der D-Dimer Wert als Surrogat der prothrombotischen Aktivität kommt zur Risikoeinschätzung infrage, insbesondere wenn er bei pausierter Antikoagulation bestimmt wird. Diese Studie untersucht, das Rezidivrisiko bei Patienten mit stufenweise negativen D-Dimer Werten (zuerst mit Antikoagulation, dann nach Absetzen der Antikoagulation). Die 410 Patienten in der Studie waren durchschnittlich 51 Jahre alt, zu 56% Männer und durchschnittlich seit 5 Monaten unter oraler Antikoagulation. Die zwei seriellen D-Dimer Messungen waren negativ bei 85% der Patienten, welche dann die Antikoagulation stoppten. Die Wahrscheinlichkeit einen positiven D-Dimer Test zu haben unterschied sich in den drei Subgruppen nicht signifikant. Die jährliche Rezidivrate von venösen Thrombosen und Lungenembolien bei Patienten mit zweimalig negativem D-Dimer lag bei 6.7%. Die Unterschiede zwischen den Subgruppen waren statistisch signifikant: Das Rezidivrisiko bei Männern war 9.7%, bei Frauen ohne Östrogenbehandlung vor der idiopathischen Venenthrombose 5.4% und bei Frauen, welche vor der ersten Thrombose unter Östrogenbehandlung standen sogar 0% (kein einziges Rezidiv bei 59 Frauen).  Opens external link in new window(mehr erfahren…) Kommentar: Insgesamt war die Rezidivrate trotz zweimalig negativem D-Dimer 6.7% und somit höher als von den Autoren erwartet. Besonders hoch war das Rezidivrisiko bei Männern. Bei diesen war die Rezidivrate trotz zweimalig negativem D-Dimer noch 10%. Interessant ist auch, dass Frauen mit Östrogenbehandlung bei ihrer „idiopathischen“ Thrombose nach zweimalig negativem D-Dimer ein Rezidivrisiko bei 0% hatten. Eine derart geringe Rezidivrate ist zwar erfreulich, spricht aber auch für das bekannte prothrombotische Potential von Östrogenbehandlungen. Die Implikationen eines solchen wiederholten D-Dimer Tests für die Praxis sind diffizil. Ob ein Risiko von 5% bei Frauen oder von 10% bei Männern vertretbar ist um eine Antikoagulation dauerhaft zu stoppen hängt letztlich auch von unterschiedlichsten Kontextfaktoren, wie Alter des Patienten, Nebendiagnosen, Compliance, familiäre Häufung von Thrombosen, etc. ab. In jedem Fall sollte schon der Einsatz einer solchen Abklärung gut erwogen und auch mit dem Patienten besprochen werden. Die Interpretation der Resultate, sowie das Aufstellen eines rationalen Behandlungsplans sind sonst womöglich noch schwerer nach dem Test als vor dem Test.

Probiotisches Joghurt reduziert antibiotika-assoziierte Diarrhö bei Kindern
Gastrointestinale Beschwerden sind bekannte Komplikationen einer antibiotischen Therapie vor allem bei Betalactamen, Clindamycin als auch Vancomycin. Sie beeinflussen die Funktion der endemischen Darmflora, fördern eine Überwucherung oder Fehlbesiedelung mit pathogenen Keimen, und führen zu Veränderungen der Darmschleimhäute sowie der Darmmotilität. Die häufigste Nebenwirkung ist die sogenannte AAD welche zu Stress, beruflichen Ausfällen und verminderter Antibiotika-Compliance führt. Viele Studien haben unterschiedliche probiotische Produkte vor allem bei Erwachsenen getestet, jedoch gab es noch keine Studie welche kommerziell erhältliches Joghurt bei Kindern im ambulanten Setting testete. Bisherige Studien konnten bei 11- 30 Prozent aller mit oralen Antibiotika therapierten Kindern AAD nachweisen. In der Probiotischen-Gruppe zeigte sich keine Episode von Durchfall auf. Für Lactobacillus rhamnosus (LGG) konnte diese Wirkung bei Erwachsenen und in anderer Darreichungsform in anderen Studien bestätigt werden. Gastrointestinale Symptome können Ursache eines Behandlungsabbruchs, fehlender Schultage oder Fehlen der Eltern am Arbeitsplatz sein. Bei fehlenden bekannten Nebenwirkungen oder anderen Kontraindikationen stellt probiotisches Joghurt mit oben genannter Zusammensetzung in diesem Setting neben einer guten Kalorien- und Mineralienquelle auch eine Möglichkeit zur gastrointestinalen Symptomprophylaxe dar. (mehr erfahren…)

Metformin scheint das orale Antidiabetikum erster Wahl bei Schwangerschaftsdiabetes zu sein

15 Studien erfüllten die Einschlusskriterien, in sieben wurde Glibenclamid mit Insulin verglichen, in sechs Studien Metformin mit Insulin und in zwei Studien wurden Metformin mit Glibenclamid verglichen.
Glibenclamid versus Insulin; Glibenclamid war mit einem höheren Geburtsgewicht assoziiert, höherer Anteil an Neugeborenen mit Makrosomie und höheres Risiko für neonatale Hypoglykämien. Metformin versus Insulin; verglichen mit Insulin war bei den mit Metformin behandelten Müttern und Neugeborenen; die mütterliche Gewichtszunahme geringer, das Gestationsalter bei Geburt tiefer, mehr Geburten vor dem errechneten Termin, niedrigere Rate neonataler Hypoglykämien, niedrigere postprandiale Blutzuckerwerte. Glibenclamid versus Metformin; verglichen mit Glibenclamid ist Metformin assoziiert mit; geringerer Gewichtszunahme der Mutter, tieferes Geburtsgewicht, weniger Neugeborene mit Makrosomie, weniger grosse Neugeborene.
Kommentar
: Im Gegensatz zu einer anderen Metaanalyse von Zeng et al. (Adv Med Sci 2014;59:95-101) kommen die Autoren dieser Arbeit zur Konklusion, dass Metformin dem Medikament Glibenclamid vorzuziehen ist. Nach Angaben der Autoren ist das Risiko einer neonatalen Hypoglykämie und Makrosomie bei Metformin nur halb so gross wie bei Glibenclamid. Das ist der Stand des derzeitigen Wissens; das Problem das die Metaanalysten hatten war die Unterschiedlichkeit der Studien; unterschiedliche Definitionen von Gestationsdiabetes und cut-off Werte für den Beginn einer Therapie. (mehr erfahren...)

Was wir schon lange wissen! – Multimorbidität in der Hausarztpraxis
Ein RCT aus den USA zeigte, dass Interventionen, welche zuhause beim Patienten durchgeführt werden, mit dem Ziel der „Erhaltung von Funktionen“ (im Gegensatz zu  krankheitsspezifischen Parametern) die Mortalitätsrate verringert. Ein multidisziplinärer Ansatz ist wichtig, ebenso Kontinuität der Betreuung. Bei höherer Betreuungskontinuität sinken die notfallmässigen Hospitalisationen und die Komplikationsraten. Krankheitsspezifische Guidelines sind im Falle von Multimorbidität oft nicht angemessen und können nicht angewendet werden. Patientenzentrierte Behandlung: Vermehrt sollte der Patient gefragt werden, was ihm am meisten bedeutet, um verschiedene Aspekte der Behandlung zu priorisieren.


Wissenswertes

Kodex Ambulante Weiterbildung
Nachwuchsgewinnung ist eine zentrale Aufgabe die den Deutschen Hausärzteverband beschäftigt. Dabei ist eine Grundvoraussetzung schon gegeben: Der Hausarztberuf ist ein schöner Beruf, aber er muss auch attraktiv für nachkommende Mediziner sein. Das ist einer der Gründe, warum der Kodex für die freiwillige Selbstverpflichtung zur Einhaltung von Qualitätsstandards für weiterbildende Praxen im ambulanten hausärztlichen Bereich (QahB) entwickelt wurde. Mit der freiwilligen Registrierung wird die Verpflichtung angenommen, dem Arzt in Weiterbildung eine sichere wirtschaftliche Grundlage und eine strukturierte Weiterbildung zu bieten. Opens external link in new window(erfahren Sie mehr…)
Ich wurde gebeten, den „Chronic Morbidity Questionnaire“ auch unter deutschen Hausärzten bekannt zu machen: http://san-tice-dev.ujf-grenoble.fr/ls192/index.php?sid=13524&lang=en Rückfragen zu diesem Projekt bitt an : Prof. Dr. med. Markus Herrmann, 39120 Magdeburg markus.herrmann@med.ovgu.de


Call for Abstracts hat begonnen: Vorfreude auf allgemeinmedizinischen Jahreskongress Bozen

Ab sofort und noch bis zum 15. April 2015 können online unter www.degam2015.de Abstracts für den 49. Kongress für Allgemeinmedizin und Familienmedizin eingereicht werden. Mögliche Formate sind ein Vortrag, ein Workshop oder ein Poster. Neu sind die so genannten Praktiker-Workshops.
Der 49. Jahreskongress der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM) findet vom 17. bis 19. September 2015 als in Bozen/Italien statt. Die DEGAM richtet den Kongress gemeinsam mit den allgemeinmedizinischen Fachgesellschaften aus Südtirol (SÜGAM) und aus Österreich (ÖGAM) aus. Das Leitthema des Kongresses lautet „Bedeutung der Allgemeinmedizin: für Patient, Familie und Gesellschaft“. Daraus ergeben sich folgende Themen für die Abstracts ·         Erlebte Anamnese ·         Ressourcenaktivierung ·         Patient Empowerment ·         Bio-psycho-soziales Modell ·         Familienmedizin ·         Ökologie der Allgemeinmedizin ·         Andere Themen: Wissenschaftliche Beiträge aus allen Bereichen der Allgemeinmedizin sowie der Versorgungsforschung sind ebenfalls willkommen.

Alle Abstracts sollten dabei in die Kategorien Hintergrund, Studienfrage, Methoden, Ergebnisse und Diskussion gegliedert werden und dürfen aus maximal 2.100 Zeichen (inkl. Leerzeichen) bestehen. Eine wesentliche Neuerung im Vergleich zu den vorangegangenen DEGAM-Kongressen ist die Einführung von „Praktiker-Workshops“. Diese Workshops sind von Praktikern für Praktiker und sollen als evidenzbasierte, hausärztliche und patientenorientierte Seminare interaktiv durchgeführt werden.
Nähere Informationen zum Kongress sowie die Möglichkeit zur Online-Einreichung der Abstracts finden sich auf der Kongresshomepage Opens external link in new window(zur Homepage)

Mentoren gesucht Zum Ausbau unserer Mentorendatenbank suchen wir weiterhin interessierte, erfahrene Hausärztinnen und Hausärzte. Mentoring von Ärzten in Weiterbildung ist ein weiteres wichtiges Strukturelement unserer Weiterbildung, nutzen Sie die Möglichkeit ihre Erfahrungen und Kompetenzen an junge Kolleginnen und Kollegen weiter zu geben und tragen sich in unsere Mentorenliste ein.Opens external link in new window(zur Mentorenliste) 

Ihre-Meinung "Button"

Auf der Startseite der Bundeshomepage finden Sie jetzt neu den Button „Ihre-Meinung“ für Ihre Wünsche und Anregungen, Ihre Kritik, aber auch Ihr Lob! Ihre Nachrichten werden aufmerksam gelesen und in Überlegungen und Entscheidungen einbezogen, das Team der Bundesgeschäftsstelle bittet aber um Verständnis, dass nicht alle eingehenden Meldungen persönlich beantwortet werden können. Dies wäre mit der personellen Besetzung und dem breit gefächerten Aufgabenspektrum ein Anspruch, dem man nicht gerecht werden könnte. Sie wollen uns Ihre Meinung mitteilen:
 Ø  Zur Opens external link in new windowHomepage und dem Opens external link in new windowButton  Ø  oder auch per Mail an Ihre-Meinung@hausaerzteverband.de