Verbandsportal|Fortbildungen|IhF Newsletter

IhF-Newsletter

Aktueller Newsletter

IhF Newsletter Dezember 2014

Besinnliche Weihnachtsfeiertage - Lassen Sie sich impfen!

24 Stunden Rufbereitschaft, lange Praxistage, viele Kranke, sinnlos erscheinende Kassenanfragen, Regressbescheide, immer mehr Patienten…das Umfeld ist durchaus geeignet uns die Freude am Beruf zu nehmen. Wie kann man dagegen immun werden? Lassen Sie sich impfen! Es handelt sich um eine Lebendimpfung namens „IhF“. Besuchen Sie Fortbildungsveranstaltungen des IhF, diese garantieren ihnen eine „Hausarztzentrieung„, d.h. ihre Zeit ist hocheffektiv eingesetzt. Dafür bekommen Sie zwar kein kostenloses 4-Gänge-Menü, aber werden „gestärkt“ aus der Veranstaltung kommen um den  Belastungen unserer Sprechstunde widerstehen zu können.

Ak
tuelle wissenschaftliche Meldungen und Pharmakovigilanzhinweise

Aus Sicht der EMA kein Beleg für kausalen Zusammenhang zwischen Fluad® und Todesfällen in Italien (zum Artikel…) Laut Pressemitteilung vom 03.12.2014 sieht der Pharmakovigilanz-Ausschuss für Risikobewertung (PRAC) keinen ursächlichen Zusammenhang zwischen den der italienischen Zulassungsbehörde berichteten Todesfällen und der Impfung mit Fluad®. (erfahren Sie mehr…)

Drug Safety Mail 2014-32
25.11.2014 – Rote-Hand-Brief zu Fenistil® (Dimetindenmaleat) 1 mg/ml Injektionslösung: Chargenrückruf wegen teilweiser Undichtigkeit/Kristallisation an der Sollbruchstelle

Drug Safety Mail 2014-29
13.11.2014 – Informationsbrief zu Codein-haltigen Arzneimitteln in flüssiger Darreichungsform der UCB Pharma GmbH: Rückruf

"Pille danach" wird in Deutschland rezeptfrei
Der Europäische Arzneimittelausschuss stuft die Pille "Ellaone" künftig als rezeptfrei ein. Gesundheitsminister Gröhe will auch ein weiteres Präparat der "Pille Danach" freigeben. (erfahren Sie mehr…) Meldungen von Arzneimittelnebenwirkungen an die Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft bitte hier

Ein besonderer Fall
Til Übels Fall: 5 Jähriger mit varizellenartigen Ausschlägen, Impfstatus wusste die Oma nicht sicher, Mutter hat gerade Zwillinge entbunden, sie versuchen verzweifelt rauszubekommen, ob dieses Kind eine Infektionsgefahr ist, oder ob die Mutter heim darf. Die Kinderärztin war auch überfragt, daher Vorstellung beim Hausarzt :-). Die eruptiven Bläschen sahen nicht dramatisch aus, bestehen so allerdings schon seit 8 Tagen, kein Fieber, kein Krankheitsgefühl, aber Juckreiz. Daher die Zinkemulsion.


Die Bedeutung von Placebo-kontrollierten Studien in der Medizin


Auch eine Scheinbehandlung senkt den Blutdruck
Nicola von Lutterotti ⋅ Die Vorstellungskraft erweist sich häufig als Erfüllungsgehilfe. Das gilt auch für den Blutdruck. So steigt dieser bei vielen Personen an, wenn der Arzt bei ihnen die Blutdruckmanschette anlegt – ein Phänomen, das als «Weisskitteleffekt» in die Lehrbücher eingegangen ist. Und umgekehrt senkt eine Scheinbehandlung den Gefässdruck gelegentlich so nachhaltig, dass die «echte» Therapie kaum besser dasteht. Ein aktuelles Beispiel ist die Ausschaltung der Nierennerven bei hartnäckigem oder therapieresistentem Bluthochdruck. So verloren die beeindruckenden Resultate der ersten Stunde ihren Glanz, als die Studienautoren die Nierennerven bei einigen Probanden nur zum Schein verödeten. Denn auch bei diesen fiel der Blutdruck deutlich ab, und das ähnlich weit wie bei der anderen Gruppe. (zum Artikel…) 

Ultraschall-Screening auf Bauchaortenaneurysmen
Aus der vorliegenden vorläufigen Nutzenbewertung des IQWiG ergibt sich für Gesamtmortalität, BAA-bedingte Mortalität, Ruptur-Häufigkeit und Anzahl Notfalloperationen ein Beleg für einen Nutzen eines Ultraschall-Screenings auf BAA für Männer. Für die mit den elektiven Eingriffen assoziierte Morbidität wird ein Hinweis auf einen Schaden des Ultraschall-Screenings für Männer abgeleitet. Es ergibt sich für Gesamtmortalität, Ruptur-Häufigkeit, Anzahl Notfalloperationen und Anzahl elektiver Eingriffe kein Beleg für einen Nutzen des Ultraschall-Screenings auf BAA für Frauen. (erfahren Sie mehr…)

Lieber schwere Blutungen oder nicht tödliche Herzinfarkte? -
Kleiner präventiver Effekt von Aspirin


Vermindert niedrig dosiertes Aspirin kardiovaskuläre Ereignisse bei bestehenden kardiovaskulären Risikofaktoren ohne bereits ausgeprägte kardiovaskuläre Krankheiten? 14’658 Patienten wurden zwischen 2005 und 2007 gleichmässig 1:1 randomisiert. Das zusammengesetzte Risiko für kardiovaskulär bedingte Todesfälle, nicht tödliche cerebrovaskuläre Insulte und nicht tödliche Myokardinfarkte war ohne signifikante Unterschiede zwischen den Gruppen (2.8% in der Aspirin-Gruppe und 3% in der Kontrollgruppe).Das zusätzliche Einbeziehen weiterer Parameter (TIA, Angina pectoris, etc.) führte ebenfalls nicht zu signifikanten Unterschieden zwischen den Gruppen. Aspirin halbierte immerhin das Risiko für nicht tödliche Myokardinfarkte (von 0.58% auf 0.30%) und TIAs (von 0.49% auf 0.26%), dies jedoch auf Kosten eines fast doppelt so hohen Risikos für extrakranielle Blutungen mit Bedarf nach Hospitalisierung oder Transfusion (von 0.51% auf 0.86%).


Kommentar: In dieser grossen Studie war niedrig dosiertes Aspirin wirkungslos im Verhindern von kardiovaskulären Todesfällen. Es verminderte aber nicht-tödliche Myokardinfarkte und TIAs. Gleichzeitig aber führte es zu mehr schweren Blutungen. Somit war der Effekt dieser Intervention mehr ein Umlagern von Risiken als eine eindeutige Steigerung der Gesundheit der Patienten. Am Ende spricht gegen Aspirin, dass die gefundenen Effekte in der primären Prophylaxe möglicherweise nicht relevant sind. Das Verhindern von nicht tödlichen Myokardinfarkten z.B. war der stärkste Effekt mit einer Reduktion der Ereignisrate von 0.58% auf 0.30%. (erfahren Sie mehr…)


Dabigatran und Blutungsrisiko - 
Welche Therapie hat ein höheres Blutungsrisiko: Dabigatran oder Warfarin?
Insgesamt wurden 1302 Dabigatran-Patienten mit 8102 Warfarin-Patienten verglichen. Patienten in der Dabigatrangruppe hatten gesamthaft ein erhöhtes Blutungsrisiko und es traten vermehrt major-Blutungen auf. Einige demographische und klinische Faktoren waren assoziiert mit einem erhöhten Blutungsrisiko für beide Behandlungsgruppen: Lebensalter über 75 Jahre, Afroamerikaner, chronische Niereninsuffizienz und zusätzliche Therapie mit einem Plättchenhemmer. Dabigatran war assoziiert mit einem erhöhten Risiko für gastrointestinale und vaginale Blutungen, Hämaturie, Hämarthros und Hämoptyse. Sie hatten jedoch eine tiefere Rate an intrakranieller Blutung, Epistaxis und nicht anderweitig spezifizierte Blutung.

Kommentar:
Die Resultate unterscheiden sich von den Zulassungsdaten der FDA für Dabigatran. Die Studienautoren führen dies darauf zurück, dass in der FDA-Untersuchung keine Adjustierung der Patientencharakteristika in den verschiedenen Behandlungsgruppen gemacht worden ist. In der hier diskutierten Studie wurde deshalb eine statistische Methode (Propensity Score Weighting) angewandt, um die z.T. unterschiedlichen Patientencharakteristika in den beiden Behandlungsgruppen auszugleichen.    Die Studie untersucht die Sicherheit der beiden Medikamente bezüglich des Blutungsrisikos; Daten bezüglich Stroke, d.h. des eigentlichen Benefits des Medikamentes, wurden nicht untersucht. Zudem ist der Follow-up sehr kurz (im Mittel unter einem Jahr, maximal beobachtete Dauer sind 14 Monate).  Diese Studie zeigt jedoch, wie wichtig Daten über Medikamentensicherheit im „Real-Life-Setting“ nach deren Zulassung sind. Vor allem wenn diese im beschleunigtem Verfahren – wie bei Dabigatran in den USA – durchgeführt worden sind.  Als Nebeneffekt bestätigt diese Studie für die Praxis einmal mehr: Besondere Vorsicht ist geboten bei der Verschreibung jeglicher oraler Antikoagulantien bei Patienten mit Niereninsuffizienz, Alter über 75 Jahren (was für viele Hausarztpatienten zutrifft) und zusätzlicher Plättchenhemmertherapie. (erfahren Sie mehr...)


Diabetes mellitus Typ2, intensive oder moderate Senkung des Blutzuckers?
Mit einer intensiven Therapie des Diabetes Typ 2 mit Zielwerten für HbA1c unter 6% sinkt auch das Risiko kardiovaskulärer Ereignisse (Myokardinfarkt, Schlaganfall, Revaskularisation, instabile Angina pectoris), aber gleichzeitig erhöht sich das Risiko fataler Myokardinfarkte. Diese Diskrepanz ist nicht einfach zu erklären; detaillierte Analysen zeigten, dass alle Patienten mit fatalem Myokardinfarkt HbA1c Werte über 7% hatten und, soweit sich das eruieren lässt, waren auch Hypoglykämien nicht in einen Zusammenhang mit den Todesfällen zu bringen. Diese Diskrepanz bleibt auch nach dieser neuen Analyse bestehen. In einem gleichzeitig publizierten Editorial  schreiben die Autoren, dass es wahrscheinlich weise ist bei Patienten über 65 Jahre und Komorbiditäten einen HbA1c Wert unter 8 anzustreben. (erfahren Sie mehr...)

Wissenswertes


Sind Ärzte müde, verschreiben sie mehr unnötige Antibiotika

Akut an Infekten Erkrankte sollten besser früher zu uns kommen. Gibt es auch bei Ärzten das Phänomen der Entscheidungsmüdigkeit? Die Forscher konnten die Ergebnisse von über 20 000 Konsultationen wegen eines Infektes der oberen Atemwege (23 Praxen und 2014 Mediziner) analysieren. Sowohl am Vormittag wie am Nachmittag haben die Mediziner in der dritten und vierten Arbeitsstunde mehr Antibiotika verschrieben wie in der ersten und zweiten Stunde. In der vierten Arbeitsstunde verschrieben sie, verglichen mit der ersten Stunde um 25% mehr Antibiotika. (erfahren Sie mehr…)


Junge Ärzte

Forum Ärzte in Weiterbildung im Deutschen Hausärzteverband: Nehmen Sie gerne Kontakt zum Sprecher des Forums auf: Dr. Gabriel Rogalli (gabriel@rogalli.de)

Kodex Ambulante Weiterbildung

Nachwuchsgewinnung ist eine zentrale Aufgabe die den Deutschen Hausärzteverband beschäftigt. Dabei ist eine Grundvoraussetzung schon gegeben: Der Hausarztberuf ist ein schöner Beruf, aber er muss auch attraktiv für nachkommende Mediziner sein. Das ist einer der Gründe, warum der Kodex für die freiwillige Selbstverpflichtung zur Einhaltung von Qualitätsstandards für weiterbildende Praxen im ambulanten hausärztlichen Bereich (QahB) entwickelt wurde. Mit der freiwilligen Registrierung wird die Verpflichtung angenommen, dem Arzt in Weiterbildung eine sichere wirtschaftliche Grundlage und eine strukturierte Weiterbildung zu bieten. (erfahren Sie mehr…)

Mentoren
gesucht! Zum Ausbau unserer Mentorendatenbank suchen wir weiterhin interessierte, erfahrene Hausärztinnen und Hausärzte. Mentoring von Ärzten in Weiterbildung ist ein weiteres wichtiges Strukturelement unserer Weiterbildung, nutzen Sie die Möglichkeit ihre Erfahrungen und Kompetenzen an junge Kolleginnen und Kollegen weiter zu geben und tragen sich in unsere Mentorenliste ein. (zur Mentorenliste)

Verschiedene Services für Mitglieder des Hausärzteverbandes
z.B. Sammeleinkauf für Ultraschallgeräte – Nutzen Sie die Kostenvorteile! (zur Service für Mitglieder) Ihre-Meinung“ Button Auf der Startseite der Bundeshomepage finden Sie jetzt neu den Button „Ihre-Meinung“ für Ihre Wünsche und Anregungen, Ihre Kritik, aber auch Ihr Lob! Ihre Nachrichten werden aufmerksam gelesen und in Überlegungen und Entscheidungen einbezogen, das Team der Bundesgeschäftsstelle bittet aber um Verständnis, dass nicht alle eingehenden Meldungen persönlich beantwortet werden können. Dies wäre mit der personellen Besetzung und dem breit gefächerten Aufgabenspektrum ein Anspruch, dem man nicht gerecht werden könnte. Sie wollen uns Ihre Meinung mitteilen:
  • Button
  • oder auch per Mail an Ihre-Meinung@hausaerzteverband.de
Gefällt Ihnen der Newsletter? Dann empfehlen Sie uns gerne weiter, indem Sie diese E-Mail einfach an Ihre Kollegen weiterleiten. Abonnieren Sie unseren Newsletter!