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13.11.2017

Deutscher Hausärzteverband kritisiert erneute Verschiebung der Laborreform scharf

Kategorie: Hausärzte, Termine, Gesetze - Verordnungen, Hausarztverträge/ IV-Verträge, Verbandspolitik, Gremien, Fortbildung, Berufspolitik-Sonstiges, Beschlüsse, Presse

Berlin / Köln, 13.11.2017 – Der Deutsche Hausärzteverband übt scharfe Kritik an der erneuten Verschiebung der Laborreform. Diese sollte ursprünglich zum 01. Juli 2017 in Kraft treten. Nach Verweigerung des hierfür erforderlichen Einvernehmens seitens des Spitzenverbandes der Gesetzlichen Krankenkassen und sich anschließenden weiteren Verhandlungen sollten die Neuerungen zum 01. Januar 2018 in Kraft treten. Dieser Termin ist nun erneut kurzfristig auf den 01. April 2018 verschoben worden. „Diese erneute Verschiebung ist ein Armutszeugnis für die Akteure der Selbstverwaltung und eine Verhöhnung der Hausärztinnen und Hausärzte, die weiterhin viele Millionen Euro für Laborleistungen nachschießen müssen“, so Ulrich Weigeldt, Bundesvorsitzender des Deutschen Hausärzteverbandes. 

 

 

Hintergrund ist eine seit vielen Jahren bekannte Fehlverteilung der Laborkosten zwischen Hausärzten und Fachärzten. Demnach zahlen aktuell Hausärzte für Laborleistungen, die eigentlich zum fachärztlichen Versorgungsbereich gehören und entsprechend auch aus dem fachärztlichen Honorartopf bezahlt werden müssten. Die Vertreterversammlung der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) hatte bereits im Dezember 2016 eine Neuordnung der Trennungsvorgaben für den Laborbereich beschlossen. Aus Sicht des Deutschen Hausärzteverbandes stellt dieser Kompromiss zwar keine endgültige Lösung des Problems dar, sorgt jedoch zumindest für eine fairere Regelung als in der Vergangenheit. Die Umsetzung wurde seinerzeit jedoch durch den GKV-Spitzenverband unterbunden. Das Bundessozialgericht hatte zuvor in einer höchstrichterlichen Entscheidung die bisherige Praxis als nicht rechtens eingestuft. Als Begründung für die erneute Verschiebung nennt die KBV, dass man für die Ausgestaltung weitere Zeit benötige. 

 

 

„Die Laborvergütung wird seit Jahren hoch und runter diskutiert! Dass jetzt KBV und GKV-Spitzenverband so tun, als ob die Zeit nicht gereicht hätte und darum eine erneute Verschiebung unumgänglich sei, ist ein schlechter Scherz“, so Weigeldt weiter. „Die Freude über diese erneute Verschiebung kann man den fachärztlichen Kollegen kaum verübeln, denn sie sind es, die weitere Monate von dieser ungerechten und rechtlich haltlosen Regelung profitieren, während die Hausärztinnen und Hausärzte zur Kasse gebeten werden.“

 

 

Der Deutsche Hausärzteverband fordert, dass die Reform der Laborvergütung unverzüglich umgesetzt wird. Den Hausärztinnen und Hausärzten empfahl der Verband, nach Prüfung der finanziellen Auswirkungen in ihrem KV-Bezirk und soweit nicht bereits die Kassenärztliche Vereinigung die Honorarbescheide unter Vorbehalt erlassen hat, Einspruch gegen die Honorarbescheide einzureichen.

 

 

Deutscher Hausärzteverband e.V. | Büro des Bundesvorsitzenden 

Vincent Jörres | Pressesprecher

Bleibtreustr. 24, 10707 Berlin

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