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22.03.2018

Mitglieder-Rundbrief des Bundesvorsitzenden, Ulrich Weigeldt

Kategorie: Hausärzte, Termine, Gesetze - Verordnungen, Hausarztverträge/ IV-Verträge, Verbandspolitik, Gremien, Fortbildung, Berufspolitik-Sonstiges, Beschlüsse

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

 

nach 171 Tagen war es in der vergangenen Woche endlich so weit: Deutschland hat eine neue Bundesregierung. Mit Jens Spahn zieht in das für uns so wichtige Bundesministerium für Gesundheit ein alter Bekannter und Kenner des deutschen Gesundheitswesens ein.

 

Wie der Koalitionsvertrag aussieht, wissen wir ja schon seit längerem. Auch für uns Hausärzte ist einiges dabei! Zusammengefasst lässt sich sagen: Gute Ansätze, einige Irrwege und vor allem – noch sehr viel Arbeit!

 

Gerade zu Beginn der Legislaturperiode wird der Fokus mit Sicherheit auf dem Megathema Pflege liegen. Das ist auch nachvollziehbar. Gerade wir Hausärzte sehen ja jeden Tag, dass es in diesem Bereich massive Defizite gibt. Das Thema wird im Übrigen auch Schwung bei der Digitalisierung im Gesundheitswesen bringen.

 

Im Folgenden möchte ich Ihnen einen kurzen Überblick über die für Hausärztinnen und Hausärzte wichtigsten Vorhaben im Koalitionsvertrag geben.

 

Bessere Vergütung der hausärztlichen Versorgung und der „sprechenden Medizin“

 

Das hört sich natürlich gut an und es ist in der Tat ein starkes Signal, dass sich die Bundesregierung so klar und eindeutig zu einer besseren Vergütung unserer Arbeit bekennt. Die neugewählte Kanzlerin hat dies gestern auch noch einmal in ihrer Regierungserklärung explizit erwähnt. Das Thema der hausärztlichen Versorgung steht auf der politischen Agenda. Die Frage, die der Koalitionsvertrag jedoch nicht beantwortet, ist: Wie soll das konkret umgesetzt werden? Wir wissen leider aus Erfahrung, dass die politischen Vorgaben allzu häufig in den Mühlen der Bürokratie und der ärztlichen Selbstverwaltung zerrieben werden. Darum erwarten wir von der Politik in den kommenden Monaten konkrete Konzepte, wie die bessere Vergütung ausgestaltet werden soll. Wir stehen dabei als Ansprechpartner natürlich jederzeit zur Verfügung.

 

Masterplan Medizinstudium 2020

 

Bei der Reform des Medizinstudiums gibt es eine gute und eine schlechte Nachricht. Die Schlechte: Obwohl der Masterplan 2020 vor über einem Jahr beschlossen wurde, ist bisher noch nicht allzu viel geschehen. Aktuell hängt er auf den letzten Metern in den Ländern und den Universitäten fest. Die gute Nachricht ist: Die Bundesregierung macht im Koalitionsvertrag noch einmal Druck! Das ist auch nötig, denn es ist ganz klar, dass ohne eine Stärkung der Allgemeinmedizin und der hausärztlichen Versorgung im Medizinstudium, die Trendwende bei der Nachwuchsgewinnung nicht gelingen kann. Ein Beispiel: Bisher werden die zukünftigen Ärzte in der Regel überhaupt nicht im Fach „Allgemeinmedizin“ geprüft, obwohl es das wichtigste Fach der Primärversorgung ist! Das muss sich jetzt schleunigst ändern.

 

Digitalisierung

 

Der neue Gesundheitsminister hat bereits angekündigt, dass die Digitalisierung des Gesundheitssystems zu einer seiner absoluten Prioritäten zählen wird. Auch wenn das ein ganz dickes Brett ist, ist es gut, wenn das Thema mit Nachdruck angegangen wird. Es wird Zeit, dass es statt Schlagwörtern endlich einen realen Mehrwert für Patienten und Ärzte gibt! In diesem Zuge werden auch einige Krankenkassenvertreter nicht umhinkommen, ihre Vorstellungen von einer Digitalisierung als Kostensparprogramm ad acta zu legen. Unsere Aufgabe ist, dafür zu sorgen, dass den Praxen nichts übergestülpt wird, sondern, dass der Arbeitsfluss unterstützt und nicht zusätzlich gestört wird!

 

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