Bookmark and Share
13.06.2018

Pressestatement anlässlich der Presseberichterstattung zur Zahl der Hausbesuche

Kategorie: Hausärzte, Termine, Gesetze - Verordnungen, Hausarztverträge/ IV-Verträge, Verbandspolitik, Gremien, Fortbildung, Berufspolitik-Sonstiges, Beschlüsse, Presse

Berlin, 13.06.2018 - Anlässlich der Presseberichterstattung zur Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Linkspartei, wonach die Zahl der Hausbesuche in den vergangenen Jahren abgenommen hat, erklärt der Bundesvorsitzende des Deutschen Hausärzteverbandes, Ulrich Weigeldt:

 

 

„Die neuen Zahlen müssen für die Politik, die Krankenkassen und die ärztliche Selbstverwaltung der Startschuss sein, endlich die Fehler der Vergangenheit zu korrigieren!

 

Hausbesuche sind für viele ältere und immobile Patienten die einzige Chance, eine vernünftige Versorgung zu erhalten. Durch den demografischen Wandel werden Hausbesuche in Zukunft sogar noch wichtiger. Statt den Hausärztinnen und Hausärzten bei der Versorgung dieser Patienten Knüppel zwischen die Beine zu werfen, braucht es vielmehr massive Investitionen in die Hausbesuche.

 

Es kann nicht sein, dass Kolleginnen und Kollegen, die besonders viele Hausbesuche fahren, zum Beispiel, weil sie mehrere Pflegeheime in der Umgebung betreuen, Gefahr laufen, finanziell sanktioniert zu werden. Diese Regelungen, bei denen die regionalen Besonderheiten häufig komplett außen vor gelassen werden, müssen dringend abgeschafft werden.

 

Hausbesuche sind, auch im Vergleich zu anderen technischen Leistungen, massiv unterbewertet. Hausärztinnen und Hausärzte bekommen für einen Hausbesuch aktuell knapp 22 Euro brutto – inklusive An- und Abfahrt. Es leuchtet jedem ein, dass das vorne und hinten nicht reicht. Kein Klempner würde für dieses Geld kommen.

 

Leider zeigt auch der aktuelle Koalitionsvertrag bei dem Thema der Hausbesuche in die falsche Richtung! So soll zukünftig die Mindestsprechstundenzahl von 20 auf 25 Stunden erhöht werden. Hausbesuche zählen jedoch nicht zu dieser Mindestsprechstundenzahl. Das Signal, das damit gesendet wird ist: Hausbesuche sind keine Arbeitszeit! Das ist natürlich fatal.

 

Trotz allem ist es wichtig zu betonen, dass die meisten Hausärztinnen und Hausärzte nach wie vor regelmäßig Hausbesuche fahren. Die Hausbesuche müssen auch in Zukunft fester Bestandteil der hausärztlichen Arbeit bleiben. Damit dies gelingt, braucht es bei dem Thema eine 180 Grad Wende.

 

Mit dem VERAH®-Konzept haben wir als Verband ein Programm zur spezifischen Fortbildung von Medizinischen Fachangestellten entwickelt. Diese Fachkräfte können im Anschluss bestimmte Routine-Hausbesuche übernehmen und so den Arzt entlasten. Bundesweit gibt es inzwischen weit über 10.000 VERAH®. Dieses Konzept muss zukünftig noch breiter gefördert werden.“

 

Kontakt:

Deutscher Hausärzteverband e.V. | Büro des Bundesvorsitzenden

Vincent Jörres | Pressesprecher

Bleibtreustr. 24, 10707 Berlin

Tel.: + 49 (0) 30 887 143 73-60 | pressestelle@hausaerzteverband.de

www.hausaerzteverband.de