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Pressestatement anlässlich des Referentenentwurfes eines Gesetzes zur Stärkung der Vor-Ort-Apotheken

Berlin, 09.04.2019 – Laut dem aktuellen Referentenentwurf eines Gesetzes zur Stärkung der Vor-Ort-Apotheken sollen Grippeschutzimpfungen künftig auch in Apotheken durchgeführt werden können. Hierzu erklärt der Bundesvorsitzende des Deutschen Hausärzteverbandes, Ulrich Weigeldt:

„Es steht außer Frage, dass die Apothekerinnen und Apotheker wichtige Kompetenzen haben. Das Impfen von Patientinnen und Patienten zählt allerdings nicht dazu und gehört eindeutig in die ärztliche Praxis.

Zwar ist die Grippeschutzimpfung in der Regel gut verträglich, allerdings sind Nebenwirkungen – etwa durch allergische Reaktionen – nie ganz auszuschließen. Aus diesem Grund sollten Impfungen immer in einer Umgebung stattfinden, in der eine ärztliche Überwachung und notfalls auch Behandlung möglich ist. In den Apotheken könnten stattdessen Impfchecks durchgeführt werden.

In dieser Grippeimpfsaison wurde deutlich, dass die Bereitschaft der Patientinnen und Patienten, sich gegen Grippeviren impfen zu lassen, sehr hoch ist und keineswegs durch den Weg in die Arztpraxis gehemmt wird. Tatsächlich waren Verzögerungen bei Grippeschutzimpfungen auch nicht auf Wartezeiten in Praxen zurückzuführen, sondern auf regionale Versorgungsengpässe bei Grippeimpfstoffen.

Das sind keine Probleme, die man löst, indem man die Verantwortung auf mehr und mehr Schultern verteilt. Ganz im Gegenteil. Wie in der Hausarztzentrierten Versorgung (HZV) wissenschaftlich nachgewiesen wurde, sind Patientinnen und Patienten, die bei allen gesundheitlichen Beschwerden konsequent ihre Hausärztin oder ihren Hausarzt aufsuchen, zu einem höheren Anteil gegen Grippe geimpft, als nicht HZV-Patienten. Das zeigt deutlich: Wir brauchen klare Verantwortlichkeiten und Strukturen in unserem Gesundheitssystem!“

Kontakt:

Deutscher Hausärzteverband e.V. | Büro des Bundesvorsitzenden 

Christian Schmuck | Leiter Presse, Öffentlichkeitsarbeit und Marketing

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