Digitalisierung

Digitalisierung

Moderne Informations- und Kommunikationstechnologien bergen ein großes Potenzial, um die der medizinischen Versorgung zu verbessern – wenn sie denn richtig eingesetzt werden! In Deutschland wird dieses Potenzial bisher jedoch kaum genutzt. Unsere europäischen Nachbarn sind da deutlich weiter. Wenn es in den kommenden Jahren nicht gelingt, die Chancen der Digitalisierung im Gesundheitswesen zu nutzen, wird auch die hausärztliche Versorgung mittelfristig darunter leiden.

Wofür wir eintreten

Wir setzen uns für eine bessere Integration moderner Kommunikationsmittel im Praxisalltag ein. Dabei müssen sich die Digitalanwendungen an den Bedürfnissen der Patienten und Ärzte orientieren – nicht umgekehrt! Außerdem arbeiten wir daran, dass die Hausärzte endlich die Möglichkeit bekommen, die Chancen telemedizinischer Anwendungen zielgerichtet zu nutzen. Diese werden den Arztbesuch nie ersetzen können, ihn aber ergänzen und somit die Behandlung für den einzelnen Patienten verbessern.

Eine der wichtigsten Grundlagen für den weiteren Fortschritt ist, dass endlich eine einheitliche und diskriminierungsfreie Telematikinfrastruktur flächendeckend umgesetzt wird. Auf dieser müssen sich dann verschiedene Anwendungen bewegen können. Insellösungen sind hingegen nicht der richtige Weg. Bisher haben die Akteure der Selbstverwaltung die Umsetzung eher blockiert als vorangetrieben und dabei immense Kosten verursacht.

Der Patientennutzen sowie ein umfassender Datenschutz, der höchsten Ansprüchen genügt, müssen mit Blick auf die Telemedizin stets im Mittelpunkt stehen.

Wie wir uns für unsere Ziele einsetzen

Als Spitzenorganisation der Hausärzte ist der Deutsche Hausärzteverband seit 2015 Mitglied im Beirat der gematik. Hier setzen wir uns dafür ein, dass die Blockaden der Vergangenheit, die insbesondere durch die verschiedenen Partikularinteressen verursacht wurden, endlich gelöst werden.

Im Rahmen unserer Verträge zur Hausarztzentrieten Versorgung (HZV) setzen wir bereits verschiedene eHealth-Lösungen um. Ziel ist es dabei, die Patientensicherheit zu erhöhen und gleichzeitig die Praxisabläufe zu vereinfachen.

Für unsere HZV-Verträge bieten wir einfache und bürokratiearme online-Abrechnungen an. Außerdem hat der Deutsche Hausärzteverband ein ArzneiMittelTherapieSicherheit-Modul (AMTS) entwickelt und dieses bereits in mehrere HZV-Verträge integriert. Ärzte erhalten dabei von der Praxis-Software einen Warnhinweis, wenn bestimmte Arzneimittel für Patienten mit Niereninsuffizienz bedenklich sein könnten.

Nicht zuletzt entwickeln wir mit Geniocare eine webbasierte Applikation, die Hausärzten die Umsetzung der HZV-Verträge erleichtert. Geniocare ist besonders auf die Bedürfnisse der Hausarztpraxen zugeschnitten, sodass alle Leistungen der Hausarztverträge einfach und sicher dokumentiert und abgerechnet werden können. So wird die Bürokratie reduziert und es bleibt mehr Zeit für die Patientenversorgung.